Der Suchmaschinen-Reflex: Warum ChatGPT Sie enttäuscht, wenn Sie es wie Google benutzen

Sie haben ChatGPT wahrscheinlich schon ausprobiert. Eine Frage eingetippt, kurz gewartet, eine Antwort bekommen. Und sich dann gedacht: Naja, das hätte ich auch selbst hinbekommen.

Das ist der häufigste Grund, warum Menschen KI nach einem ersten Versuch wieder liegen lassen.

Die Frage, die dabei übersehen wird

Wir fragen oft, was KI kann. Ob sie wirklich so viel Zeit spart, wie alle behaupten. Ob sie für den eigenen Beruf überhaupt relevant ist.

Die eigentliche Frage stellen wir uns selten: Wie haben wir sie eigentlich benutzt?

Die meisten öffnen ChatGPT und tippen genau das ein, was sie auch bei Google eingetippt hätten. Eine kurze Frage, ein paar Stichworte, fertig. Und wundern sich dann, warum die Antwort austauschbar klingt.

Google sucht. ChatGPT denkt mit.

Eine Suchmaschine funktioniert nach einem einfachen Prinzip. Sie geben Stichworte ein, und sie durchsucht das Internet nach passenden Seiten. Je genauer die Stichworte, desto besser die Treffer.

ChatGPT funktioniert anders. Es sucht nicht. Es denkt mit, wenn man es lässt.

Der Unterschied liegt in dem, was Sie ihm mitgeben. Eine Suchmaschine braucht Stichworte. ChatGPT braucht Kontext. Wer ist gefragt. In welcher Rolle. Mit welchem Ziel. In welchem Format soll die Antwort kommen.

Fehlt das, bekommen Sie eine Antwort, die für jeden passt und deshalb für niemanden wirklich passt.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Stellen Sie sich vor, ein potenzieller Kunde schreibt Ihnen per E-Mail: „Guten Tag, ich habe gesehen, dass Sie in diesem Bereich tätig sind. Könnten Sie mir sagen, ob Sie mir helfen können und was das ungefähr kostet?“

Der schnelle Weg wäre, ChatGPT einfach zu bitten: „Schreib eine Antwort auf diese E-Mail.“ Das Ergebnis ist höflich, korrekt formuliert und komplett generisch. Es könnte von jedem an jeden verschickt werden. Nichts daran klingt nach Ihnen.

Anders sieht es aus, wenn Sie ChatGPT mitgeben, wer Sie sind, wie Sie klingen wollen, wie lang die Antwort sein soll und was am Ende erreicht werden soll. Etwa so: Sie sind selbstständig in Ihrem Fachgebiet tätig. Sie antworten professionell, aber nahbar. Die Antwort soll maximal fünf Sätze lang sein. Sie soll erklären, dass eine pauschale Preisangabe ohne mehr Informationen nicht seriös möglich ist, und stattdessen ein kurzes, unverbindliches Erstgespräch vorschlagen. Das Ziel ist, dass der Kunde sich ernst genommen fühlt und genau weiß, was als Nächstes passiert.

Aus einer Standardantwort wird eine Antwort, die konkret auf die Situation eingeht und einen klaren nächsten Schritt nennt.

Das lernt man einmal, und behält es dann

Genau das ist der Punkt, an dem die meisten aufhören, bevor es interessant wird. Sie merken, dass ChatGPT wie Google funktioniert, und geben auf, kurz bevor der eigentliche Unterschied sichtbar würde.

Es ist eine Fähigkeit, die man einmal lernt und danach für sich behält. Rolle, Ton, Format, Ziel. Vier Bausteine, die aus einer beliebigen Antwort eine passende machen.

Genau das ist der Ausgangspunkt unseres Kurses Expertise trifft ChatGPT. Sieben Module, textbasiert, mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, ohne technisches Vorwissen. Für Menschen, die in ihrem Fach exzellent arbeiten und ChatGPT endlich so nutzen wollen, wie es gedacht ist.

Zum Schluss

Der Unterschied zwischen einer enttäuschenden und einer guten Antwort liegt selten am Werkzeug. Er liegt fast immer an der Anweisung.

Wer das einmal verstanden hat, stellt an ChatGPT keine Suchanfragen mehr. Er stellt Aufgaben.

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